Der größere Zusammenhang: Bodenfruchtbarkeit- Erosion,          Der Boden als CO2-Speicher


Die Zerstörung der Böden

Böden sind die Grundlage für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel, und daher eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Und dennoch werden die Böden großräumig zerstört: Fast ein Viertel der vom Menschen genutzten Landfläche ist heute durch Erosion geschädigt, wertvolle Böden werden immer weiter überbaut oder durch Eintrag von Giften geschädigt.


Die Folgen der
industriellen Landwirtschaft

Die industrielle Landwirtschaft erzeugt reichlich billige Nahrung, hat aber in den reichen Ländern die bäuerliche Landwirtschaft weitgehend zerstört und die armen Ländern in ein ungerechtes Handelssystem gezwungen; sie ist hochgradig von billigen fossilen Brennstoffen abhängig, verbraucht und verschmutzt enorme Mengen Wasser, zerstört Böden und verändert den Stickstoff- und Phosphatkreislauf der Erde.

Ö-Klo: Wertstoffrecycling durch Komposttoiletten

Ö-Klo ist ein Freiburger Start-up-Unternehmen, das Komposttoiletten vermietet und sich für die Verwertung von menschlichem Urin und Kot einsetzt. In Zeiten, in denen natürliche Rohstoffe wie Phosphor knapp zu werden drohen, sei die Wiederbelebung der natürlichen Stoffkreisläufe zwischen Boden, Pflanzen, Nahrung und Ausscheidung wichtig, meinen die Jungunternehmer von Ö-Klo. Das Potenzial ist enorm, aber auf dem Weg dahin gilt es noch einige technische, gesellschaftliche und politische Hürden zu nehmen.

Die Verwertung menschlicher Hinterlassenschaften ist ein Tabuthema. Seit der Erfindung von Wasserklosetts und Kläranlagen werden unsere nährstoffreichen Ausscheidungen nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ mit Haushaltsabwässern, Industrieabwässern und dem Oberflächenwasser von Straßen und Gebäuden in der Kanalisation zu einer mehr oder weniger giftigen Brühe vermischt. Die flüssige Phase dieser Mischung wird dann unter hohem Energieaufwand in Kläranlagen gesäubert. Die feste Phase ist inzwischen so mit Schadstoffen belastet, dass das früher übliche Ausbringen auf Feldern bald ganz verboten wird und der Klärschlamm in Verbrennungsanlagen entsorgt werden muss.

Wir produzieren unter hohem Aufwand künstliche Düngemittel für die Landwirtschaft. Wir verwenden Unmengen sauberen Trinkwassers zur Entsorgung unserer Exkremente, die noch viele wertvolle Nährstoffe enthalten. Anschließend vernichten wir die Nährstoffe im Abwasser durch eine energieintensive Schwemmkanalisation. „Dieses System ist an Ressourcenverschwendung kaum zu übertreffen“, kritisiert Florian Augustin von Ö-Klo.


Terra Preta


Dauerhafte CO2-Verringerung durch Bio-Kohle?

Klimaschutz durch Biokohle in der deutschen Landwirtschaft: Potenziale und Kosten
– von Isabel Teichmann

Seit einigen Jahren wird Biokohle – ein kohlenstoffreiches Produkt aus Biomasse – als eine viel versprechende Klimaschutzoption diskutiert. Insbesondere besteht die Möglichkeit, der Atmosphäre langfristig Kohlenstoffdioxid zu entziehen, indem Biokohle in den Boden eingearbeitet wird. Gleichzeitig könnte dadurch die Bodenfruchtbarkeit erhöht werden.


Terra Preta - Moorschutz im eigenen Garten

Um Mineraldünger und Torferden zu vermeiden und dennoch eine prachtvolle Ernte zu erzielen, können verschiedene Torfersatzstoffe eingesetzt werden. Für Nutzpflanzen eignet sich die mit Pflanzenkohle angereicherte Terra Preta-Erde besonders gut. Diese kann im Garten mit anfallenden organischen Reststoffen selbst hergestellt werden.

Schwarze Wundererde?

Was Pflanzenkohle im Garten tatsächlich leisten kann

Reiche Ernte aus dem eigenen Garten – aber bitte ohne Kunstdünger. Mit sogenannten Terra Preta-Produkten soll dieser Traum wahr werden. Doch funktioniert das?


Mit Pflanzenkohle CO2 im Boden speichern

Weitere links:

 

Film MDR

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/video-206172.html

Prototypen von Verkohlungsanlagen

https://www.umweltperspektiven.ch/mit-pflanzenkohle-co2-im-boden-speichern/

Terra Preta - Nutzungsmöglichkeiten und Perspektiven

https://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/erneuerbareenergien/terrapreta_vogel.pdf


Boden und Klima - Ein komplexes Wirksystem

„Ließe sich weltweit der durchschnittliche Humusgehalt aller landwirtschaftlich genutzten Böden auf 5 bis 6 Prozent erhöhen, würde sich dadurch die CO2-Konzentration der Atmosphäre wieder auf vorindustrielles Niveau reduzieren.“

Dieser Satz fiel uns auf beim Rundgang über die Öko-Feldtage in Frankenhausen im Juni dieses Jahres. Bekannt ist, dass die Pflanzen durch den natürlichen Prozess der Photosynthese der Luft CO2 entziehen und dieses einlagern. In abgestorbener organischer Substanz wie Kohle, aber auch Humus und Kompost wird Kohlenstoff dauerhaft im Boden gebunden. Aber ist das denn möglich: Vorindustrielles Niveau? Das wäre doch ein sensationeller Lichtblick in all den Diskussionen und Befürchtungen, die mit dem Klimawandel einhergehen: Eine so einfache und naheliegende Möglichkeit, die Treibhausgase zu reduzieren und die Erderwärmung zu bremsen, war bisher noch nicht in Sicht. Wir haben nachgefragt und versucht, Quellen zu dieser Aussage zu lesen. Wir sind keine Wissenschaftler, aber wenn die Rechnung stimmt, dann muss es ein essentielles politisches Ziel werden, die Landwirtschaft in Zukunft an ihrem Beitrag zum Humusaufbau zu orientieren. Das ist einfacher, sicherer und kostengünstiger, als jede CO2-Lagerstätte je sein kann, und erhöht nebenbei noch die Fruchtbarkeit der Böden.

Quelle: https://biogartenversand.de/cms.php?page_id=25

 

Zum Veranschaulichen der Zusammenhänge findet ihr hier PDF-Dateien der Stiftung 'Ökologie und Landbau', die auch gerne herunter geladen werden dürfen:

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Klimawandel
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Klimabilanz
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Bodenständig
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Lebensraum Boden
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Tatsachen
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Guter Umgang mit dem Boden
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Komplexes Zusammenspiel
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Bodenlos
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